Programm

2. Fachtagung

„Die Demokratisierung der Lust“

Montag, 23. 10. 2017 – Berlin, Rotes Rathaus, Louise-Schroeder-Saal


Bild: Landesarchiv Berlin
09.30- 18/21.00 Uhr

unter der Schirmherrschaft von Herrn Dr. Klaus Lederer, Berliner Senator für Kultur und Europa

max. 100 TeilnehmerInnen

Anmeldung bitte über Formular vornehmen!

Erste Einblicke in das Programm – zum Lust machen:

Gelebte Sexualität als Menschenrecht und nicht als Privileg – das ist der Ansatz unserer Tagung.

Denn Lust ist mit Macht verbunden – mit Macht über sich selbst. Und sie stellt ein Privileg dar. So wird bestimmten Personengruppen die Respektierung ihres erotischen Wertes verweigert, die Ausübung ihrer Sexualität als schädlich definiert und reglementiert. Das wird zum Beispiel bei alten und behinderten Menschen deutlich, aber auch bei Prostituierten.

Emanzipatorische Bewegungen schufen in den letzten 50 Jahren neues Bewusstsein, andere Werte und entsprechendes politisches Handeln. Sie sind undenkbar ohne die sexuelle Befreiung, in deren Zuge auch über die Ermöglichung von Sexualität für alte und behinderte Menschen, u.a. auch durch Sexarbeit nachgedacht wird.

Eine Demokratisierung der Lust verteilt nicht nur Sexualität anders, es ergibt sich auch eine andere Verteilung von Macht.

ab 09.30 Uhr
Wer bist du?
Erstes Kennenlernen

Einlass und Registrierung (muss sein!)
Zum Trost etwas Kaffee und einem kleiner Imbiss

Moderation:                Ulrike Pohl Paritätischer Berlin

10.30 Uhr
Vorspiel
Performance             Marie Golüke und Roland Walter

Begrüßung und Grüße          
Schirmherr Klaus Lederer Kultursenator

11.30 Uhr
Inklusive Erotik – Einführung in eine sex-positive Kultur
Dr. Laura Meritt Autorin, Betreiberin von „Sexclusivitäten“, Sex-Beraterin, Mediatorin & Kommunikationswissenschaftlerin

„Wenn der Krüppel dich betört, wenn der Taube dich erhört …“
(Klaus Hoffmann, Liedermacher)
Zitate, Bilder, wilde Thesen nicht nur aus der Historie
Lecture Performance von und mit Daniela Länger, Elisabeth Scharfenberg, Martin Theben, Matthias Vernaldi 

Nachfragen + Anmerkungen

12.30 Uhr
Zur Sache, Schätzchen!
„Spieglein, Spieglein an der Wand …“
Junge schwerbehinderte Frauen über sich als erotisches Subjekt und Objekt des Begehrens
Katja Alekseev Bloggerin
Patrizia Kubanek Sexualberaterin

Queere Inklusionäre
Lesbisch, schwul, transidentisch und dann noch im Rollstuhl!
Dania von Raffay und Ed Greve Aktivist*innen

Nachfragen + Anmerkungen

13.30 Uhr
Uiii!!! Erst mal Verschnaufen …
Pause mit oralen Freuden (Suppe, Brot, Getränke, Geplauder)

14:30 Uhr
„Ich will’s noch mal wissen!“
Die 2. Runde begehrlicher Zuwendung

Spiegel der Gesellschaft?
Elisabeth Scharfenberg Sprecherin für Pflege- und Altenpolitik der Bundestagsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen


Geschütztes Vögeln? Na, besser als gar nicht! – Alter, Demenz und Erotik
Bettina Stange Pflegedienstleiterin eines Seniorenzentrums
Sabine Wacker Betreuerin
Stephanie Klee
Sexualassistentin

Nachfragen + Anmerkungen

15:30 Uhr
Kein Interruptus …
nur zwischendurch mal schnell was trinken und …..

16:00 Uhr
(K) ein Recht auf Sex?!
Dr. Martin Theben Rechtsanwalt

Sexarbeit baut Brücken
Sollte es zum Profil pflegerischer Berufe gehören, selbst Hand anzulegen, gar
einem schwerstbehinderten Paar aktiv beim Sex zu assistieren? Was können
erotische Dienste dabei leisten
Matthias Vernaldi und Stephanie Klee

Nachfragen, Statements, Diskussionen

18.00 Uhr
Impressionen …..
mit Saxofon, Wein, Snacks
Undine Barge Musikerin

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Inhalt der Fachtagung ist NICHT der Aspekt „Prostitution und Freiwilligkeit

Download PROGRAMM

 

 

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Fachtagung

„Trübe Sehnsüchte oder verwirklichte Rechte“ – Sexualität in Einrichtungen

Freitag, 11. 10. 2013 – Berlin, Rotes Rathaus
10.00 – 18/21.00 Uhr

max. 100 TeilnehmerInnen
z. Zt.: 85 Anmeldungen

Programm11.10.2013

Louise-Schroeder-Saal im Roten Rathaus/Berlin

Louise-Schroeder-Saal im Roten Rathaus/Berlin

Die Zeiten, wo die Sexualität von Senioren oder schwerbehinderten Menschen mit einem Tabu belegt war, gehen zu Ende. Sexualität erfährt schon seit geraumer Zeit eine hohe Wertschätzung. Sie gibt Kraft, stärkt das Selbstvertrauen und stellt ein Grundbedürfnis dar wie Essen, Trinken, Gesundheit, Arbeit und eine Wohnung – und zwar von der Wiege bis zur Bahre.

Die Menschen werden deutlich älter als noch vor 20 Jahren. Ein offenerer Umgang mit Sex ist seit den 60ern zur Selbstverständlichkeit geworden. Die Ersten, die das in der Breite im Alltag lebten, sind die jetzt über 70-jährigen. So gehen sie auch als Senioren noch neue Partnerschaften ein oder versuchen, ihren Bedürfnissen außerhalb fester Beziehungen zu entsprechen. Diese Generation nimmt es nicht mehr als gegeben hin, dass Abhängigkeit von Pflege den totalen Verzicht auf Sexualität bedeuten muss.

Menschen, die in Einrichtungen leben müssen, fordern immer deutlicher ihr Recht auf Sexualität und Beziehung ein. Doch häufig fehlt es den Trägern an sexualpädagogischen Konzepten, erst recht an Möglichkeiten der praktischen Anleitung.

Während der Fachtagung wird das Thema Sexualität in Einrichtungen von unterschiedlichen Disziplinen aus beleuchtet und praktische Handlungsansätze sollen vorgestellt und diskutiert werden. Im Mittelpunkt stehen praktische Erfahrungen. Im Sinne des Best-Practice-Ansatzes sollen Lösungsansätze gefunden und Antworten auf vielfältige Fragen gesucht werden.

  • Die sexuelle Not von Bewohnern von Einrichtungen wird immer häufiger thematisiert. MitarbeiterInnen sehen, dass schwerstmehrfachbehinderte oder demente Menschen versuchen, sich selbst zu befriedigen. Kann ihnen geholfen werden? Gibt es gar die Pflicht zur Hilfe?
  • Auch Menschen mit intensivpflegerischem Bedarf (Beatmung, Katheter, Sonden) äußern den Wunsch nach Sexualität, gerade in der so genannten „finalen“ Phase einer Krankheit. Kann man dem nachkommen?
  • Immer wieder gibt es Übergriffe gegenüber dem Personal oder anderen Bewohnern. Auch Fälle von Missbrauch von Bewohnern durch das Personal sind bekannt. Was ist zu tun?
  • Lassen sich die Dienste Prostituierter nutzen? Was ist speziell Sexualbegleitung? Wie sieht die Rechtslage aus?
  • Wie geht man mit Angehörigen um, die zudem oft noch als gesetzliche Betreuer bestellt sind, wenn sie die sexuellen Bedürfnisse der Bewohner ignorieren oder abwehren, weil sie z.B. als Eltern ihr Kind nicht in ein selbstbestimmtes Leben entlassen können; oder sich als Kinder ihre Eltern nicht als Wesen mit sexuellen Bedürfnissen vorstellen, oder auch ganz profan diese nicht finanzieren wollen?
  • Wie könnte eine bessere Verankerung des Themenbereiches in der Ausbildung von Pflegekräften und pädagogischem Personal aussehen?

P R O G R A M M

09.00 Uhr | Anmeldung und Kaffee

10.00 Uhr | Begrüßung

Performance: If disabled people feel
Roland Walter + Marie Golüke

10.10 Uhr | „Dimensionen menschlicher Sexualität“
                Dr. med. Alfred Pauls, Sexualwissenschaftler, Internist/ Berlin

10.30 Uhr | Nachfragen

10.40 Uhr | Sexualität, ein Lebensthema. Lust und Last
                Margret Hauch, Psychologische Psychotherapeutin,  Sexualwissenschaftlerin/Hamburg

11.00 Uhr | Nachfragen + Diskussion

11.10 – 11.30 Uhr | Pause

11.30 Uhr | Balance – Inspiration – Energie
                Stephanie Klee, Sexualbegleiterin/Berlin

11.50 Uhr | Nachfragen + Diskussion

12.10 Uhr | „In der Not frisst der Teufel auch Fliegen“
                Matthias Vernaldi, Sexualberater/Berlin

12.30 Uhr | Nachfragen + Diskussion

12.50 – 13.30 Uhr | Mittagspause

13.30 Uhr | „Mein Recht auf Sex“
                Dr. Martin Theben, Jurist/Berlin

13.50 Uhr | Nachfragen + Diskussion

14.10 Uhr | „Sex auf Krankenschein – muss das sein?“
                Reinald Purmann, FB Behindertenhilfe beim Paritätischen Wohlfahrtsverband/Berlin

14.30 Uhr | Nachfragen + Diskussion

15.00 – 15.30 Uhr | Pause

15.30 Uhr | „ Gelebte Sexualität im Seniorenpflegeheim – ein  Praxisbeispiel“
                Bettina Stange, Stephanus-Seniorenzentrum/Berlin

15.50 Uhr | Nachfragen + Diskussion

16.15 Uhr | Fragestellung aus der Soicht der Verwaltung und Politik
                Detlef Kolbow, Berliner Netzwerk gegen sexuelle Gewalt/Senatsverwaltung für Gesundheit und Soziales/Berlin

16.35 Uhr | Nachfragen + Diskussion

17.30 Uhr | Resümee der Referenten und TeilnehmerInnen

18.00 Uhr | Fortsetzung der Gespräche in lockerer Atmosphäre

Moderation: Heinrich Maiworm, Vorsitzender der Olper Senioren

21.00 Uhr | Ende

Programm11.10.2013

Fishbowl
Die Fachtagung findet statt mit einem starken Bezug zur Praxis und dem Blick auf die Entwicklung von realistischen Lösungsansätzen. Partizipation aller TeilnehmerInnen ist uns wichtig. So findet nach jedem Input-Referat eines Referenten ein breiter Dialog ähnlich der Fishbowl-Methode statt. Nach und anch kommen so alle miteinander ins Gespräch.
Die Aufgabe der Referenten ist auch, sich weiter einzubringen, um die Situationen ganzheitlich zu erfassen.